Software macht den Unterschied: Im HENSOLDT Battle Lab geht es um die Verteidigung von morgen
Aufklärungsdrohnen, vernetzte Sensoren, digitale Lagekarten: Moderne Verteidigung scheint heute vor allem eine Frage leistungsfähiger Hardware zu sein. Tatsächlich entscheidet jedoch zunehmend die Software darüber, wie sich riesige Datenmengen in fundierte Lagebilder und belastbare Entscheidungen übersetzen lassen. Mit dem Battle Lab am Standort Fürstenfeldbruck hat das Unternehmen HENSOLDT eine Entwicklungs-, Test- und Demonstrationsumgebung geschaffen, in der Software-Defined Defence unmittelbar erlebbar wird. Gemeinsam mit JST – Jungmann Systemtechnik® entstand ein Setting, in dem Kunden neue Softwarelösungen nicht nur sehen, sondern selbst erproben und Seite an Seite mit HENSOLDT ausgestalten können.
Der technologische Wandel verändert militärische Fähigkeiten grundlegend. Moderne Verteidigungsstrukturen folgen künftig einer zunehmend softwaredefinierten Architektur. Sensoren und andere Hardware sind häufig über viele Jahre nahezu unverändert im Einsatz. Um den sich wandelnden Anforderungen auf dem Gefechtsfeld gerecht zu werden, sind allerdings kontinuierliche und schnelle Aktualisierungen erforderlich. Moderne Verteidigungsarchitekturen trennen daher Hardware, Software, Daten und Algorithmen konsequent voneinander – für unabhängige Updates und Upgrades. So entstehen völlig neue Softwareanwendungen. Damit diese zuverlässig funktionieren und den Anforderungen der Nutzer entsprechen, müssen sie gemeinsam mit Kunden integriert, getestet und validiert werden. HENSOLDT suchte also eine Möglichkeit, um komplexe Systeme unter realitätsnahen Bedingungen analysieren und demonstrieren zu können.
Software ist der eigentliche Schlüssel
Benedikt Döller, technischer Projektleiter bei HENSOLDT, beschreibt den Ansatz so: „Die Hardware ist der Sensor, der Daten aufnimmt. Aber die Software dahinter ist der eigentliche Schlüssel. Sie verarbeitet die Daten und wandelt sie in nutzbare Informationen um. Deshalb ist es entscheidend, die Software ständig weiterzuentwickeln.“ Aus dieser Erkenntnis reifte die Idee des Battle Labs: ein Umfeld für die konkrete Beurteilung und Erprobung neuer militärischer Lösungen. „Die Kunden müssen selbst am Tisch sitzen und mit der Software interagieren“, war sich das Team um Projektleiter Döller von Beginn an einig.
Vision entsteht im Kontrollraum-Simulator
Auf der Suche nach einem Partner für die Gestaltung des Battle Labs stieß HENSOLDT auf Jungmann Systemtechnik. Gemeinsam wurden die Anforderungen an die neue Infrastruktur konkretisiert und erste Realisierungsansätze entwickelt. Den entscheidenden Impuls lieferte schließlich der virtuelle Besuch im JST Kontrollraum-Simulator. Beim Remote-Meeting zeigte sich schnell, dass der tatsächliche Bedarf weit über eine klassische Großbildlösung hinausging. Die Antwort war ein integriertes Gesamtkonzept, das JST anschließend passgenau umsetzte – mit ergonomischen Arbeitsplätzen, intuitiver Kontrollraumtechnik, einer Videowall und dem JST TacticTable®, einem interaktiven Multi-Touch-Lagetisch. So konnte ein Workspace geschaffen werden, in dem Engineering- und Projektteams Hand in Hand mit Kunden an der Software arbeiten – zum Testen neuer Funktionen ebenso wie für Demonstrationen und die Bewertung unterschiedlicher Anwendungsszenarien.
Individuelles Gesamtkonzept überzeugt
„JST hat uns mit dem Komplettpaket aus Technik, Möblierung und Großbildsystem überzeugt – und zugleich mit der Möglichkeit, die Arbeitsplätze sehr individuell an unsere Bedürfnisse anzupassen“, so Benedikt Döller, der sich noch genau an die Entstehungsgeschichte des Battle Labs erinnert. Sein Fazit fällt klar aus: „Wir wollen dem Kunden die Optionen und Chancen der Vernetzung zeigen und die Erfahrung so immersiv wie möglich gestalten. Im Battle Lab kann er das Produkt selbst benutzen und wirklich erleben.“ Und der Projektleiter blickt auch in die Zukunft: Perspektivisch sollen Netzwerke entstehen, die Standorte miteinander verknüpfen. Reale Sensordaten könnten dann direkt in das Battle Lab eingespeist werden.
Software-Defined Defence ist gelebte Realität
Welche Bedeutung die Entwicklungsplattform innerhalb der Software-Defined Defence-Strategie von HENSOLDT einnimmt, fasst Sven Heursch, Chief Digital Officer und Head of Software-Defined Defence bei HENSOLDT, zusammen: „Das Battle Lab ist für uns mehr als eine Demonstrationsumgebung für Multi-Domain Operations. Es ist der Beweis, dass Software-Defined Defence keine Vision mehr ist, sondern gelebte Realität. Wer die Überlegenheit im Informationsraum besitzt, entscheidet auf dem Gefechtsfeld der Zukunft. Genau diese Überlegenheit machen wir hier sichtbar, erlebbar und skalierbar – für unsere Kunden, für unsere Partner und für die Sicherheit Europas.“
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