Kunde:
Kategorie: Einsatz- und Notrufleitstelle

ZURÜCK ZUR ÜBERSICHT

Geografie wird zur Sicherheitsfrage: Klüh Security übersetzt technologische Souveränität in die Leitstelle

Drohnen über kritischen Infrastrukturen, hybride Angriffe und Cyberrisiken: Europas Sicherheitsarchitektur steht vor neuen Herausforderungen. Klüh Security hat seine Alarmempfangsstelle und Notruf- und Serviceleitstelle in Meerbusch auf diese veränderte Bedrohungslage ausgerichtet. Gemeinsam mit JST – Jungmann Systemtechnik® entstand eine hochverfügbare Arbeitsumgebung, eingebunden in ein Konzept aus regionalen Partnern, europäischen Technologien und sicheren Drittstaaten.

„Regional kaufen“ – nur eine Nummer größer

Im Supermarkt ist der Gedanke vertraut: Wer regional kauft, stärkt kurze Wege und verlässliche Lieferketten. Sven Horstmann, Geschäftsführer von Klüh Security, überträgt dieses Prinzip auf eine sensiblere Ebene: „Im Lebensmittelhandel stehen regionale Produkte im Fokus. Auch wir haben uns für regionale Partner entschieden, die unsere Anforderungen erfüllen.“
Für Horstmann steht außer Frage: Wo es um die Bewertung und Verarbeitung sensibler Daten und Alarme geht, wird die Wahl von Technik und Dienstleistern zur strategischen Entscheidung. Klüh setzt deshalb auf Partner aus Europa sowie aus sicheren Drittstaaten. JST passt als norddeutscher Kontrollraumspezialist unmittelbar in dieses Konzept.

Sicherheitsanforderungen wachsen zusammen

Am Anfang der Planungen standen Fachkräftemangel, Preisdruck und die Frage, wohin sich der Sicherheitsmarkt entwickelt. Diese Entwicklung zeigt sich auch im Leistungsspektrum von Klüh: Die Bewachung sensibler Einrichtungen – darunter Bundeswehrliegenschaften und Flughäfen – gehört zum Kerngeschäft, hinzu kommen Leitstellendienstleistungen und Sicherheitstechnik. „Es gibt immer mehr Verschmelzung zwischen Cybersecurity und physischer Sicherheit“, stellt Horstmann fest und beschreibt damit zugleich den zunehmenden Handlungsdruck.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, hybride Angriffe und Drohnenvorfälle über kritischen Infrastrukturen haben die Entwicklung beschleunigt. Zugleich unterstreicht das seit März 2026 geltende KRITIS-Dachgesetz die Bedeutung von Objektschutz und Ausfallsicherheit. „Wir wollen für diese potenziellen hybriden Angriffe eine Lösung anbieten“, sagt Horstmann.

Vom Sicherheitsdienst zum digitalen Geschäftsmodell

2025 feierte Klüh Security sein 75-jähriges Bestehen und nahm im selben Jahr die integrierte AES/NSL in Betrieb. Jahrzehntelange Erfahrung in der personellen Sicherheitsdienstleistung trifft damit auf ein digitales und skalierbares Geschäftsmodell.

Die zertifizierte Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt. Aus Meldungen zu Brand, Sabotage, Stromausfall oder unbefugtem Datenzugriff muss schnell ein klares Lagebild entstehen. Mehr als 550 Schnittstellen binden vorhandene Kundensysteme in die offene Integrationsplattform ein.

„Wir können Gebäudeautomation, Sensorik, IoT und Gefahrenmanagementsysteme beim Kunden vor Ort in unsere Leitstelle integrieren“, erläutert Horstmann. Als Managed Service erhalten Kunden Zugang zu dieser Infrastruktur, ohne eine eigene Leitstelle mit Personal, Systemintegration und zertifizierten Prozessen aufbauen zu müssen.

Datensouveränität ist kein Luxus

Für die Ausfallsicherheit setzte Klüh auf zwei unabhängige Rechenzentren mit identischer Technik und einem Failover-Konzept. Fällt ein Standort aus, kann auf die redundante Infrastruktur umgeschaltet werden. Auf die Absicherung durch eine externe Partnerleitstelle verzichtete das Unternehmen bewusst. „Wir wollen die Datensouveränität behalten“, betont Horstmann. „Die Daten bleiben bei uns.“

Die Leitstellen-IT wird autark und on-premises betrieben – unabhängig von der übrigen Unternehmens-IT. Die Rechnertechnik ist von den eigentlichen Arbeitsplätzen getrennt.

JST macht die virtuelle Systemwelt bedienbar

Da die Anwendungen auf virtuellen Maschinen im Rechenzentrum statt auf Desktop-PCs direkt am Pult laufen, übernimmt Jungmann hier die entscheidende Schnittstelle: Mit dem JST MultiStreaming® haben die Mitarbeitenden direkt an Arbeitsplätzen und an der Großbildwand Zugriff auf die virtualisierten Quellen – nahezu latenzfrei und hochverfügbar. Für die Bedienung aller Anwendungen wird die selbsterklärende Oberfläche myGUI® genutzt. Sie bietet als 3D-Abbild des realen Leitstands sichere und schnelle Orientierung.

Marcel Sagemüller, Leiter Organisation und Projektleiter der Leitstelle, zieht ein klares Fazit: „Dieses ganze Konstrukt von tatsächlich physisch-haptischer Hardware, die unter dem Schreibtisch steht, hin zu einer sehr virtuellen Umgebung, hat extrem gut und schnell geklappt.“ Auch im laufenden Betrieb zahlt sich das aus: Über die Software myLogin® melden sich die Mitarbeitenden per Chipkarte an, Bildschirme und Anwendungen fahren automatisch in der persönlichen Konfiguration hoch. „Es ist natürlich auch sehr intuitiv, dadurch, dass die Anmeldung über das Auflegen der Karte funktioniert – da gibt es keinerlei Probleme“, bestätigt Sagemüller. Auch individuelle Bildschirm- und Pulteinstellungen legen die Mitarbeitenden selbst fest: „Das funktioniert einwandfrei.“

JST Team denkt mit und justiert nach

Klüh suchte keinen Ausstatter für einzelne Komponenten, sondern einen Partner für ein integriertes Kontrollraumszenario. „Wichtig waren für uns das Gesamtkonzept und das Thema Visualisierung“, erklärt Horstmann. „Natürlich war auch die Erfahrung von JST mit Leitstellentechnik entscheidend.“

Dass diese Erfahrung auch unter Druck trägt, zeigte sich während der Planungsphase: Als Klüh sein Leitstellenkonzept mehrfach änderte und die zunächst vorgesehene Zahl der Arbeitsplätze reduzierte, musste JST kurzfristig nachjustieren. Horstmann erinnert sich mit einem Schmunzeln: „Wir waren, glaube ich, kein einfacher Kunde, weil wir immer wieder neu überlegt haben. Aber da haben die JST-Mitarbeiter, allen voran Dominik und Sina, immer sehr schnell reagiert.

Ausbaureserve und Skalierungsoption

Diese Flexibilität endet nicht mit der Inbetriebnahme der neuen Leitstelle. Für die Zukunft gilt:  Die Kapazität kann bei wachsendem Geschäft verdoppelt, neue Anwendungen können integriert werden. „Das Thema Skalierungsfähigkeit ist für uns wichtig“, unterstreicht Horstmann. „Wir müssen mit dem laufenden Geschäft und mit neuen Innovationen wachsen können. Da sind wir mit JST gut bedient.“

Die Leitstelle Meerbusch zeigt, wie Klüh technologische Abhängigkeiten begrenzt und Handlungsfähigkeit absichert. JST schafft die operative Ebene, auf der eine komplexe Systemwelt übersichtlich und flexibel nutzbar wird. So erhält der Gedanke vom regionalen Einkauf eine neue Dimension: Es geht auch darum, wem man sensible Daten, kritische Prozesse und die eigene Handlungsfähigkeit anvertraut.

  • Unsere Referenzen heute
  • Aus dem JST Archiv

Unsere Referenzen heute (Auswahl)